Über 90 Prozent aller mineralischen Bauabfälle werden umweltverträglich verwertet – Branchenverbund Kreis-laufwirtschaft Bau (KWB) legt aktuellen Bericht vor

//Über 90 Prozent aller mineralischen Bauabfälle werden umweltverträglich verwertet – Branchenverbund Kreis-laufwirtschaft Bau (KWB) legt aktuellen Bericht vor

Über 90 Prozent aller mineralischen Bauabfälle werden umweltverträglich verwertet – Branchenverbund Kreis-laufwirtschaft Bau (KWB) legt aktuellen Bericht vor

Die Initiative Kreislaufwirtschaft Bau hat kürzlich ihren Monitoringbericht 2012 an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) übergeben. Staatssekretär Gunther Adler nahm den Bericht im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin entgegen.
Laut Bericht wurden im Jahr 2012 insgesamt 175 Millionen Tonnen oder 91 Prozent der 192 Millionen Tonnen angefallenen mineralischen Bauabfälle umweltverträglich verwertet. Damit wurden bereits im Jahr 2012 die ab 2020 geltenden europäischen Verwertungsziele von 70 Prozent deutlich übertroffen.

Kreislaufwirtschaft Bau ist eine Initiative der Deutschen Bauwirtschaft, die seit 1996 im Zweijahresrhythmus Monitoring-Berichte zum Aufkommen und zum Verbleib mineralischer Bauabfälle in Deutschland veröffentlicht. Die Berichte basieren auf amtlichen statistischen Daten und genießen bei allen Akteuren in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft hohe Akzeptanz.
Der aktuelle Bericht basiert auf den amtlichen Daten des Jahres 2012.

Hier die wichtigsten Auszüge aus dem aktuellen Bericht:

Anfall und Verbleib mineralischer Bauabfälle

Die Verwertung der in Deutschland anfallenden mineralischen Bauabfälle erfolgt auf einem weltweit einmalig hohen Niveau. Den rechtlichen Rahmen für die Verwertung bilden neben Einzelfallentscheidungen spezielle Landesregelungen.
Im Jahr 2012 wurden 91,2 % der angefallenen mineralischen Bauabfälle einer umweltverträglichen Verwertung zugeführt. Die Verwertung von Böden erfolgt vor allem im Rahmen der Verfüllung von Abgrabungen zum Zweck der Rekultivierung. Die Verwertung von Bauschutt findet hauptsächlich im Straßen-, Deponie-, Tief- und Landschaftsbau statt.

Anfall mineralischer Bauabfälle

Im Jahr 2012 sind 192,0 Mio. t mineralische Bauabfälle angefallen. Davon entfielen 109,8 Mio. t (57,2 Prozent) auf Boden und Steine, 51,6 Mio. t (26,9 Prozent) auf Bauschutt, 15,4 Mio. t (8,0 Prozent) auf Straßenaufbruch, 0,6 Mio. t (0,3 Prozent) auf Bauabfälle auf Gipsbasis und 14,6 Mio. t (7,6 Prozent) auf Baustellenabfälle. Gegenüber dem Vorberichtszeitraum (Erhebung 2010) weisen Anfall und Verteilung der mineralischen Bauabfälle nur geringfügige Mengenschwankungen auf (Anfall 2010: 186,5 Mio. t).

Verbleib mineralischer Bauabfälle

Boden und Steine
Von den angefallenen 109,8 Mio. t Bodenaushub, Baggergut und Gleisschotter wurden 85,9 Mio. t (78,2 Prozent) im übertägigen Bergbau und in anderen Maßnahmen, überwiegend im Deponiebau, verwertet. Darüber hinaus wurden 10,7 Mio. t (9,8 Prozent) Recycling-Baustoffe hergestellt. Auf Deponien wurden 13,2 Mio. t (12,0 Prozent) beseitigt.

 

Bauschutt
Von den angefallenen 51,6 Mio. t Bauschutt wurden 40,4 Mio. t (78,3 Prozent) recycelt. 8,7 Mio. t (16,9 Prozent) wurden im Rahmen der Verfüllung von Abgrabungen und auf Deponien verwertet, während nur 2,5 Mio. t (4,8 Prozent) des angefallenen Bauschutts auf Deponien beseitigt wurden.

 

Straßenaufbruch
Von den angefallenen 15,4 Mio. t Straßenaufbruch wurden 14,8 Mio. t (96,1 Prozent) recycelt. 0,4 Mio. t (2,6 Prozent) wurden im Deponiebau und im Rahmen der Verfüllung von Abgrabungen verwertet. Lediglich 0,2 Mio. t (1,3 Prozent) wurden auf Deponien beseitigt.

Bauabfälle auf Gipsbasis
Von den angefallenen 589.000 t Bauabfällen auf Gipsbasis wurden 307.000 t (52,1 Prozent) im Deponiebau und im Bergbau verwertet, während 282.000 t (47,9 Prozent) auf Deponien beseitigt wurden.

Baustellenabfälle
Die angefallenen Baustellenabfälle bestanden zu rund 50 Prozent aus Eisen und Stahl, zu rund 20 Prozent aus Altholz und zu rund 5 Prozent aus Glas, Kunststoff, Metallen und Dämmmaterial. Mineralische Bestandteile sind insbesondere in den gemischten Bau- und Abbruchabfällen enthalten, die etwa 25 Prozent der Baustellenabfälle ausmachen.
Von den angefallenen 14,6 Mio. t Baustellenabfällen wurden 0,3 Mio. t (2,1 Prozent) recycelt und 13,6 Mio. t (93,1 Prozent) einer sonstigen Verwertung zugeführt. Lediglich 0,7 Mio. t (4,8 Prozent) wurden auf Deponien beseitigt.

Recycling-Baustoffe

Als Recycling-Baustoffe werden Gesteinskörnungen bezeichnet, die durch Aufbereitung mineralischer Bauabfälle hergestellt werden.

Hergestellte Recycling-Baustoffe

Im Jahr 2012 betrug der Anfall mineralischer Abfälle der Fraktionen Bauschutt und Straßenaufbruch insgesamt 67,0 Mio. t. Daraus wurden 55,2 Mio. t Recycling-Baustoffe hergestellt. Die Aufbereitung erfolgte etwa zur Hälfte in stationären bzw. semimobilen und in mobilen Anlagen. Berücksichtigung der Recycling-Gesteinskörnungen, die bei der Aufbereitung der Fraktion Boden und Steine (10,7 Mio. t) und der Aufbereitung der Fraktion Baustellenabfälle (0,3 Mio. t) angefallen sind, wurden im Jahr 2010 insgesamt 66,2 Mio. t Recycling-Baustoffe hergestellt. Damit deckten die Recycling-Baustoffe einen Anteil von 12,0 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen.

 

Bedarf an Gesteinskörnungen

Im Jahr 2012 wurden insgesamt 551,7 Mio. t Gesteinskörnungen produziert. Neben den Recycling-Baustoffen wurden 245,0 Mio. t (44,4 Prozent) Kiese und Sande, 211,0 Mio. t (38,2 Prozent) Natursteine und 29,5 Mio. t (5,4 Prozent) industrielle Nebenprodukte (z. B. Aschen und Schlacken) hergestellt.

Verwertung von Recycling-Bautoffen

Die Verwertungsmöglichkeiten der Recycling-Baustoffe hängen von ihren bautechnischen und umweltrelevanten Eigenschaften sowie ihrer stofflichen Zusammensetzung ab. Neben den Ausgangsqualitäten werden die Eigenschaften maßgeblich von der Verfahrensweise beim Abbruch bzw. Rückbau, der Getrennthaltung der Fraktionen und der eingesetzten Aufbereitungstechnik bestimmt.

Von den 66,2 Mio. t Recycling-Baustoffen wurden 34,2 Mio. t (51,7 Prozent) im Straßenbau, 13,4 Mio. t (20,2 Prozent) im Erdbau und 6,0 Mio. t (9,1 Prozent) in sonstigen Anwendungen, überwiegend im Deponiebau, verwertet. 12,6 Mio. t (19,0 Prozent) wurden als Gesteinskörnung in der Asphalt- und Betonherstellung eingesetzt.

 Verwertungsquoten

Im Jahr 2012 betrug die Verwertungsquote der hier erfassten Fraktionen 91,2 Prozent. Von den angefallenen 192,0 Mio. t mineralischen Bauabfällen wurden insgesamt 175,1 Mio. t verwertet.

Mit 88,0 Prozent liegt die Verwertungsquote der Fraktion Boden und Steine deutlich unter der Verwertungsquote von 95,5 Prozent für die Fraktionen Bauschutt, Straßenaufbruch, Bauabfälle auf Gipsbasis und Baustellenabfälle. Von den lediglich 16,9 Mio. t mineralischen Bauabfällen, die beseitigt wurden, entfielen 78,2 Prozent auf die Fraktion Boden und Steine.

(Quelle: mit freundlicher Genehmigung der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau)

Weitere Informationen unter: www.kreislaufwirtschaft-bau.de

 

 

2017-03-25T18:05:35+00:00 20. 03. 2015|Aktuelles|0 Kommentare