In diesem Jahr jährt sich der heutige Weltrecyclingtag zum zweiten Mal. In vielen Teilen der Welt wird Abfall weggeräumt und mit zahlreichen Aktionen gezeigt, was Recycling kann und wie es in der Zukunft weitergehen kann. Auch Fußball wird dabei gespielt.

Fußballspielen für weniger Abfälle, Strände freiräumen und Schüler aufklären: Am heutigen 18. März ist zum zweiten Mal der globale Weltrecyclingtag. Ins Leben gerufen wurde der Tag, der das Thema Recycling der Öffentlichkeit nahebringen soll, von der Global Recycling Foundation.

„Dieses Jahr konzentriert sich alles auf `Recycling in der Zukunft‘ und setzt vor allem auf die Kraft der Jugend, der Aufklärung und der Innovationen, um eine bessere Zukunft für unsere Planten zu schaffen“, betont der Weltrecyclingverband BIR, einer der größten Unterstützer der Foundation.

Um auf das Recycling aufmerksam zu machen, finden überall auf der Welt Aktionen statt: So laufen die Teilnehmer eines Marathons in Mumbai beispielsweise unter dem Recyclingmotto. In vielen Großstädten gibt es zentrale Veranstaltungen und an Küstenregionen wird gemeinsam Müll aufgesammelt. Schon seit mehreren Wochen läuft zudem die „RecyclingGoals-Challange“, bei der über die sozialen Medien dazu aufgerufen wird, vor einem Fußballtor erst ein Recyclingziel zu formulieren und anschließend den Ball ins Tor zu schießen.

Appelle der Verbände

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nutzt den Weltrecyclingtag, um ihre Forderung nach politischen Regulierungen zu bekräftigen. An die Bundesumweltministerin Svenja Schulze gerichtet, fordert die DUH erneut zwei gesetzliche Vorgaben: Eine verpflichtende Recyclingfähigkeit von Verpackungen und Produkten und den zwingenden Einsatz von Recyclingmaterial in der Neuproduktion.

Dass im Recyclingbereich noch viel getan werden muss, betont in dem Zusammenhang auch der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB). Besonders groß sei der Nachholbedarf im Bereich Altautos: „Nur zwei von zehn Altautos werden fachgerecht in Österreich entsorgt, jährlich verschwinden rund 220.000 Fahrzeuge meist illegal im Ausland“, betonte der Verband. Lediglich 60.000 Altautos würden demnach ordnungsgemäß in österreichisch Anlagen verwertet. Bei adäquater Entsorgung könnten immerhin je Fahrzeug 215 Kilogramm Wertstoffe wiederverwertet werden.

Auch der Verband Deutscher Metallhändler (VDM) unterstützt den Weltrecyclingtag. „Der Jugend ein Gefühl für Recycling und die Wiederverwendung von Rohstoffen zu geben, ist ein Ziel, das wir als Verband und Unternehmen der NE-Metallwirtschaft sehr gern teilen und unterstützen“, erklärt VDM-Präsidentin Petra Zieringer. „Ebenso vertreten wir das Motto des Global Recycling Days, Recyclingprodukte als siebte Ressource der modernen Welt anzuerkennen.“

Doch auch die gegenwärtigen Entscheidungsträger aus der Politik sieht der VDM in der Pflicht, noch mehr für ein effizientes Recycling zu tun. In einem Positionspapier fordert der Metallverband die Politik dazu auf, eigene Grenzwerte für Recyclingware einzuführen. Es sei eben nicht sinnvoll für die Praxis des Metallrecyclings, wenn beispielsweise Kabel oder andere langlebige Recyclingprodukte, die nach Jahren oder Jahrzehnten dem Kreislauf wieder zugeführt werden mit den gleichen Grenzwerten wie Neuprodukte belegt werden. Dieses Prozedere sei lediglich bei kurzlebigen Produkten wie Plastiktüten zielführend, die über den Hausmüll oder auf anderem Wege schnell in den Kreislauf zurückgeführt werden können.

„Man kann und muss jetzt bereits mit Veränderungen beginnen. Zum Beispiel brauchen wir grenzüberschreitendes Recycling. Gerade speziellere Recyclingverfahren sind teuer und benötigen Inputmaterial. Innerhalb der EU darf es keine hinderlichen Notifizierungsverfahren geben“, so Zieringer. „Ein anderes Beispiel sind die Nachweisverfahren. Diese machen im Bereich des Kupfers beispielsweise ebenso wenig Sinn wie Dokumentationspflichten wie sie in der klassischen Abfallverbringung von Müll bekannt sind.“

Quelle: 320° Deutschlands Online-Magazin für die Recyclingwirtschaft