Die Bau- und Entsorgungswirtschaft sieht weiterhin dringenden Handlungsbedarf bezüglich der fachgerechten Entsorgung asbesthaltiger Bau- und Abbruchabfälle. Da nach geltender Rechtslage selbst geringfügige Asbestgehalte in Bauprodukten deren Recycling oder sonstige Verwertung verhindern, sei es – wie die Umweltministerkonferenz kürzlich feststellte – notwendig, dass dem Abbruch eine umfassende Schadstofferkundung und -entfrachtung vorausgeht.

In einer aktuellen Verbändestellungnahme ruft die Branche die Politik dazu auf, diese Erkundungspflicht rechtlich beim Bauherrn anzusiedeln. Denn nur die Verantwortung des Bauherrn als Abfallerzeuger für die korrekte Trennung und Deklaration biete ausreichende Gewähr für einen verlässlichen Ablauf von der Gebäudeerkundung bis zum Recycling.

Für die Bau- und Entsorgungswirtschaft ist das Thema Asbest von großer Relevanz. So weisen rund ein Drittel aller bis 1993 in Deutschland errichteten Gebäude asbesthaltige bauchemische Produkte wie z.B. Putze, Spachtelmassen und Kleber auf. Hinzu kommen asbesthaltige Bauteile im Stahlbeton (Mauerstärken und Abstandhalter für die Bewehrung).

Die wirksame Trennung dieser asbesthaltigen Baustoffe aus den rund 90 Mio Jahrestonnen mineralischer Bau- und Abbruchabfälle stellt die Branche vor eine große Herausforderung. Diese könne nur erfolgreich bewältigt werden, wenn die erforderlichen Regelungen zwischen Abfall-, Bau- und Gefahrstoffrecht in Einklang gebracht würden, heißt es in dem letzte Woche an die zuständigen Abteilungs- bzw. Referatsleiter in den Bundesministerien für Umwelt, Wirtschaft, Bau, Arbeit sowie an den LAGA-Vorsitz verschickten Verbändeschreiben.

Hinweis:
Auf unserer 22. Fachtagung am 12. November 2019 in der Rostocker Stadthalle werden wir uns auch mit dieser Problematik beschäftigen und über den aktuellen Stand informieren.
Nähere Informationen zu unserer Fachtagung finden Sie hier 22. Fachtagung des Verbandes für Abbruch und Entsorgung e.V.